Stauferklinikum ist Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung

24.05.2018

Das Stauferklinikum erreicht als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung die höchste Stufe beim Gelenkersatz. Haselbach-Wirt Heinz “Mecki” Hörsch erzählt von seinen Operationen an Hüfte und Schulter.

Nach der Operation wieder schmerzfrei: Chefarzt Dr. Roland Rißel (rechts) erläutert Heinz „Mecki“ Hörsch wie die Prothese in seiner linken Schulter angebracht wurde.zoom

“Ich war hier hervorragend aufgehoben”

„Seit meiner Schulzeit nennen mich alle Mecki“, berichtet Heinz Hörsch mit einem Lächeln. Seine damalige Lehrerin gab ihm den Spitznamen unter dem ihn seither jeder kennt. Seit 40 Jahren betreibt er das nach ihm benannte Waldrestaurant im Haselbachtal. Dort gab es immer viel zu tun, die Arbeit macht ihm bis heute Freude.
Getrübt wurde diese Freude, als sich vor genau 20 Jahren erst Gelenkschmerzen bemerkbar machten. Es folgten zahlreiche OPs. „Ich bin in den letzten zwei Jahren fünfzehn Mal unter dem Messer gelegen, berichtet Mecki, der dies eher gelassen nimmt. Heute geht es dem mittlerweile 71-Jährigen sehr gut. Längst steht er wieder in der Küche und schält Kartoffeln. Die Wirtschaft betreiben mittlerweile seine Tochter und deren Mann. Mecki und seine Frau unterstützen die beiden wo es geht, helfen in der Küche und kaufen die Lebensmittel.

Rückblick ins Jahr 1998: Bei Mecki machen sich Schmerzen in den linken Hüfte bemerkbar. Wenig später steht der Einbau eines künstlichen Hüftgelenks an. Damit ist Mecki wieder hergestellt, erst 16 Jahre später im Februar 2014 kommt er wieder ins Krankenhaus denn nach einem Sturz muss eine Platte in die rechte Hüfte eingebaut werden. Mitte 2016 machen sich erneut Schmerzen in der rechten Hüfte bemerkbar. Immer wieder müssen Schwämme in den Bereich um das Hüftgelenk eingebracht werden, schließlich muss das Implantat ganz entfernt werden.

Ende 2016 wendet sich Mecki an den Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulen-chirurgie am Stauferklinikum Dr. Roland Rißel, denn auch die linke Hüfte schmerzt zwischenzeitlich.
Nach einigen Gesprächen mit dem Chefarzt fällt auch hier die Entscheidung, das Implantat auszutauschen. Im Januar 2017 kommt die „alte Hüfte“ raus. Es wird ein Platzhalter, ein sogenannter „Spacer“ eingebaut. Dr. Rißels Team hat dafür einen speziellen Knochenzement eingebaut, der Antibiotika abgibt damit die Entzündung zurückgeht. Für Mecki bedeutet das: Er ist für einige Zeit auf den Rollstuhl angewiesen. „71 Tage um genau zu sein“, berichtet er. Im März kann das neue Implantat von Dr. Rißels Team im Stauferklinikum eingesetzt werden.

Nach der Hüfte die Schulter

„Es war dann auch alles gut. Ich hatte auch bereits meine ambulante Behandlung in der Staufer-Reha begonnen. Aber nach drei Tagen musste ich die Reha abbrechen, denn erneut hatte ich Schmerzen. Dieses Mal in der Schulter“, berichtet Mecki. Tatsächlich geht der OP-Marathon für den Gastwirt weiter: Nachdem in die Schulter mehrmals Schwämme eingebracht werden, bringt das MRT die ernüchternde Erkenntnis: Auch das Schulterimplantat muss ausgetauscht werden. Erneut nehmen die Chirurgen am Stauferklinikum eine Wechsel-OP vor, tauschen das bisherige Implantat gegen eine silberbeschichtete Prothese ein.
„Ich war wirklich lange im Stauferklinikum, nur für den 95. Geburtstag meiner Mutter war ich zwei Tage draußen“, sagt Mecki mit einem Lächeln. „Aber ich war hier sehr gut aufgehoben, alle haben sich wunderbar um mich gekümmert. Und die Operationen liefen hervorragend, heute bin ich komplett schmerzfrei. Was mir in dieser Zeit sehr geholfen hat, war der Glaube an Gott, viel Geduld und das Vertrauen in die Ärzte“, so Mecki weiter.

„Solche Wechsel-Operationen sind äußerst anspruchsvoll“, berichtet Chefarzt Dr. Rißel. „Im Gegensatz zum erstmaligen Einsatz eines Gelenks ist beim Wechsel eines Implantats oft viel weniger Knochenmaterial vorhanden an dem die Prothese befestigt werden kann“, so der Chefarzt. Zu den Gründen für einen Implantatwechsel nennt er die Abnutzung des mechanischen Bauteils, eine Lo-ckerung des Implantats aufgrund Knochenschwunds oder Infektionen, die immer dann auftreten können, wenn der Körper abwehrgeschwächt ist. „Mit Krankenhauskeimen hat das nichts zu tun, eine Infektion kann bei einer herkömmlichen Lungenentzündung oder bei einem eitrigen Zahn in den Körper kommen. Einige Patienten sind für Infektionen leider anfälliger als andere. Dann ist vor allem entscheidend, die richtige Therapie und das richtige Implantat für den Patienten auszusuchen“ erläutert Dr. Rißel.

Bestens versorgt im Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung: "Mecki" bei Chefarzt Dr. Roland Rißel.zoom

Maximales Endoprothikzentrum

Seine Abteilung wurde vor kurzem als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung ausgezeichnet. Für eine Klinik der Größe des Stauferklinikums ist dies durchaus etwas Besonderes, meist ist die Zertifizierung größeren Kliniken vorbehalten. „Es ist vor allem die Erfahrung, die unsere Opera-teure in der Endoprothetik haben, berichtet Rißel. Er selbst ist zusammen mit seinem Leitenden Arzt Dr. Andreas Plott sogenannter „Seniorhauptoperateur“. Mindestens hundert endoprothetische Operationen muss jeder der beiden Ärzte pro Jahr vorweisen können. Darunter auch komplizierte Wechsel-Eingriffe wie die bei Heinz „Mecki“ Hörsch, von denen pro Jahr mindestens 50 in der Abteilung durchgeführt werden müssen. Zwei weitere Oberärzte sind sogenannte Hauptoperateure mit mindestens 50 Eingriffen pro Jahr. Auch beim Material gibt es Anforderungen, die erfüllt sein müssen: So müssen vor Ort immer eine große Auswahl an Prothesen, auch an sehr speziellen Implantaten, vorrätig sein um auch spezielle Problem lösen zu können. Davon profitiert der normale Patient ebenfalls, zum Beispiel wenn während einer Erstoperation unerwartete Probleme auftreten. Im EPZmax kann dann sofort reagiert werden und ohne Kompromisse das Implantat anhand des Patientenbedürfnisses ausgewählt werden. Weiterhin muss ein Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung auch ständig auf eine Intensivstation zugreifen können. Auch Heinz Hörsch lag nach den Wechsel-OPs jeweils eine Nacht zur Überwachung auf der Intensiv.

„Eine EPZ-Zertifizierung bedeutet, dass die Abläufe in einer Klinik mit sämtlichen Partnern überprüft werden, ähnlich dem Ineinandergreifen von Zahnrädchen eines Uhrwerkes. Eine Zertifizierung betrifft also immer das Team“, freut sich Chefarzt Dr. Rißel für seine gesamte Abteilung.
Der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostalb Axel Janischowski fügt hinzu: „Mit der Zertifizierung haben wir ein weiteres Ziel unseres Klinikverbundes erreicht.“

Heute ist Mecki froh, dass seine Eingriffe so gut verlaufen sind und er sich wieder bester Gesundheit erfreuen kann. Froh ist er auch, dass sein Waldrestaurant durch seine Tochter, seinen Schwiegersohn und seine Frau weiterbetrieben wird. Obwohl er eigentlich kürzer treten wollte, ist er selbst auch noch viel im Familienbetrieb eingespannt. „Eigentlich mache ich zu viel und sollte mich mehr schonen“, meint Mecki. Wirklich lassen kann und will er es dennoch nicht.
Das Zusammentreffen des Gastwirts mit Chefarzt Dr. Rißel wird in diesem Jahr noch zu einer weiteren Begegnung führen, denn für Rißel steht bereits fest: „Das nächste Fest unserer Abteilung findet auf jeden Fall bei Mecki statt.“


 
Kliniken Ostalb

Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd
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