Modernste Gerätetechnik für die Wirbelsäulenchirurgie

31.03.2016

Das Stauferklinikum hat mit dem sogenannten „O-Arm“ ein hochmodernes Navigationsgerät beschafft. Damit sind hochsensible Eingriffe an der Wirbelsäule möglich. Seit März hat der Leitende Arzt Dr. Christoph Wierscher die Sektionsleitung Wirbelsäulenchirurgie unter Chefarzt Dr. Roland Rißel übernommen.

Navigationsgerät "O-Arm"zoom

Wirbelsäulen-Operationen sind extrem diffizil für die Chirurgen: Sie erfordern einen hohen Grad an Geschick und Erfahrung. Dr. med. Roland Rißel, Chefarzt der Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie im Stauferklinikum hat dabei nun die Hilfe eines Computers. Das Krankenhaus setzt auf ein neues Navigationsgerät, das in der aktuellen Abstimmung als bislang modernstes in dieser Form in Deutschland im Einsatz ist. "Um jedoch klarzustellen: Es ist kein vollautomatischer Operationsroboter, sondern eine Unterstützung für den Chirurgen", so Rißel.

Das System kommt an der gesamten Wirbelsäule zum Einsatz. Sein größter Vorteil liegt in der Präzision: Jede Bewegungen der Instrumente kann vom Operateur millimetergenau, live und ohne Röntgenstrahlung überwacht werden. An der Wirbelsäule liegen zum Teil auf engstem Raum große Blutgefäße und das Rückenmark nebeneinander. Die Knochen messen teilweise nur wenige Millimeter im Durchmesser. Die Schrauben, mit denen sie fixiert werden, sind teilweise nur unwesentlich dünner. Da bleibt nicht viel Platz, jeder Handgriff muss genau sitzen.

Operationen dieser Art sind notwendig, wenn die Stabilität der Wirbelsäule nicht mehr gegeben ist. Das ist unter anderem bei Patienten der Fall, die unter Rheuma, Tumoren, Fehlbildungen oder unter Wirbelsäulenbrüchen leiden. Ein operativer Eingriff ist in diesen Fällen häufig unvermeidbar, da Lähmungen oder dauerhaft starke Schmerzen ansonsten die Folge wären.

Das speziell für die Wirbelsäulenchirurgie entwickelte Bildgebungssystem verbindet die Vorteile von Röntgen, Computertomographie und Navigation in einem einzigen System und reduziert die Strahlenbelastung der Patienten um die Hälfte. Es umschließt den Patienten wie ein O, daher der Name „O-Arm“, erlaubt zwei- und dreidimensionale Aufnahmen sowie die Durchleuchtung des Patienten während der Operation, ohne dass dieser während des Eingriffs umgelagert werden muss.

In dreidimensionaler Qualität können die Bewegungen der Instrumente genauestens überwacht werden. Das System gewährt während der Operation permanente Einblicke in den Körper und eine unmittelbare Kontrolle des Behandlungserfolgs. Dies erspart dem Patienten zusätzliche Strahlenbelastungen durch eine Computertomographie.

Der O-Arm ist besonders für minimalinvasive Eingriffe (die sogenannte „Schlüssellochtechnik“), bei denen Schrauben und Stäben eingebracht werden müssen, eine deutliche Erleichterung für den Operateur. Die Navigation bei Wirbelsäulen-Operationen ist nicht neu. Das Neue an diesem System, das jetzt am Stauferklinikum zum Einsatz kommt, ist die Tatsache, dass sich der Hersteller des speziellen Operationsinstrumentariums für die Wirbelsäulenoperationen und Dr. Rißel zusammengetan haben, um das Navigationsgerät so zu konzipieren, dass Computer und das Instrumentarium exakt harmonieren und genau an die Operationsmethoden des Stauferklinikums angepasst werden.

Der O-Arm im Einsatz: Dr. Wierscher operiert einen Patienten mit Wirbelsäulenfrakturzoom
Der O-Arm im Einsatz: Dr. Wierscher operiert einen Patienten mit Wirbelsäulenfraktur

Das System funktioniert so: Zuerst werden Bild-Aufnahmen von der Wirbelsäule gemacht. Diese Bilder werden im Rechner gespeichert und auf einen Bildschirm im OP-Saal projiziert. Gleichzeitig werden von einem Infrarot-Kamerasystem alle Instrumente und Implantate erfasst und in die Schnittbilder hineingesetzt. Somit kann der Operateur in Echtzeit verfolgen, wo er sich mit seinen Instrumenten am Körper befindet.

Die Warteliste künftiger Patienten wächst stetig an. Es sind vor allem viele ältere Patienten, die dringend auf eine Operation warten.

Die Tatsache, dass die Wirbelsäule mit dem Rückenmark empfindliches Terrain ist, hat dazu geführt, dass immer mehr Kliniken auf hochspezialisierte Rückenzentren setzen. Das Stauferklinikum hat deshalb das Wirbelsäulenzentrum sukzessive ausgebaut und unter Leitung eines Wirbelsäulenspezialisten gestellt: Dr. med. Christoph Wierscher ist Facharzt für Orthopädie und leitet seit März die Spezialabteilung Wirbelsäulenchirurgie. 

Wierscher besitzt hohe fachliche Expertise zur Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule, im Spinalkanal sowie an den Spinalnerven. Die Bandbreite reicht von der Operation bei Bandscheibenvorfällen über die Beseitigung knöcherner Einengungen des Wirbelkanals bis zur Behandlung von verschleißbedingten Wirbelsäulenveränderungen, angeborenen Fehlbildungen wie offener Rücken, Tumoren, Infektionen und Rheuma. Wann immer es möglich ist setzt sein Team auf minimal-invasive Eingriffe und mikrochirurgische Verfahren und auf modernste Technik. Zu dieser gehört seit kurzem das neue Navigations-System.

 
Kliniken Ostalb

Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd
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