Wirbelsäulenzentrum

Fehlstellungen der Wirbelsäule im Erwachsenenalter

Im Erwachsenenalter handelt es sich meist um erworbene Fehlstellungen in Form von seitlicher Verkrümmung (Skoliose) oder einer Krümmung nach vorn (Kyphose – „Buckel“) oder nach hinten (Hyperlordose – „Hohlkreuz“). Bei Erwachsenen werden sie meistens durch alterungsbedingte Veränderungen (Degeneration) der Bänder oder der Bandscheiben, Wirbelgelenke oder der knöchernen Strukturen hervorgerufen. Manchmal kommen langjährige falsche Belastungen oder Muskelschwäche verstärkend hinzu. Häufig werden solche Fehlstellungen unbewusst durch „Ausgleichshaltungen“ kompensiert. Diese haben Verspannungen der Rückenmuskulatur und der Bänder der Wirbelsäule zur Folge, die teilweise von erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen begleitet werden.

Skoliose

Durch unterschiedliche Abnutzung auf beiden Seiten der Wirbelsäule und nachfolgende Fehlbelastung kommt es zur Seitverbiegung. Die Wirbelsäule gerät zu einer Seite aus dem Lot.

Seitausbiegung (Skoliose) der Lendenwirbelsäulezoom

Degenerative Skoliose

Skoliose nach operativer Korrektur der Lendenwirbelsäulezoom

Korrekturergebnis durch langstreckige Operation

 

Lordose/Kyphose - Verlust der Balance nach vorne oder „sagittale Dysbalance“

Seit einigen Jahren rückt die Bedeutung der übermäßigen Krümmung nach vorne (Kyphose) und hinten (Lordose) zunehmend in den Blickpunkt der Wirbelsäulenchirurgen - angestoßen durch Untersuchungen französischer Wissenschaftler.
Im langsamen Alterungsprozess verlieren die Bandscheiben (Osteochondrose) und die Wirbelkörper (z.B. Wirbelkörpereinsenkungen bei Osteoporose) an Höhe. Das führt zur Vorwärtsbiegung der Wirbelsäule. Der gesamte Schwerpunkt des Oberkörpers wandert nach vorne. Die Muskeln im hinteren Bereich der Wirbelsäule zusammen mit den Bändern und Gelenken werden sehr stark beansprucht, weil sie den Oberkörper aufrecht halten müssen. Andererseits nimmt die Druckbelastung im vorderen Anteil der Wirbelsäule zu und beschleunigt wiederum diesen Abnutzungs- und Verformungsprozess. Ebenso können Wirbelbrüche auftreten – auch ohne Unfall.

Sollte nun aufgrund von nicht therapierbaren Beschwerden eine Versteifungsoperation notwendig sein, so tragen wir den neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung, indem wir die frühere naturgemäße Wirbelsäulenkrümmung sorgfältig rekonstruieren. Die Wirbelsäule wird wieder balanciert.
Da die naturgemäße Krümmung von Mensch zu Mensch großen individuellen Schwankungen unterliegt (die Lendenlordose z. B. zwischen 30 – 80 Grad), berechnen wir vor der Operation die individuellen Parameter an speziellen Röntgenaufnahmen. Aus verschiedenen Winkelverhältnissen zwischen Wirbelsäule und Becken wird das ursprüngliche Maß an Lordose bestimmt und als Referenzwert für die operative Korrektur heran gezogen.

Ungenügende Lendenlordose von nurmehr 29° durch frühere OP und starken Verschleiß. Die Berechnungen ergeben eine ehemalige Lordose von ca. 65°zoom
Lordosegewinn von ca. 25° durch operative Korrektur. Die Lordose beträgt nun 53,9° .  zoom
 
 

Wirbelgleiten (Degenerative Spondylolisthese) – zu viel Bewegungsspielraum für die Wirbelkörper

Das Wirbelgleiten kommt durch einen seitlichen oder vorderen Versatz der Wirbelkörper zustande.
Im Gegensatz zum angeborenen bzw. echten Wirbelgleiten (Spondylolisthesis vera) sind es hier altersbedingte Abnutzungen, die zur Lockerungen der Bänder und Gelenke führen. Ein ähnliches Krankheitsbild kann auch nach einer Bandscheibenoperation auftreten - das Ergebnis ist dasselbe: Heftige, bewegungsabhängige Rückenschmerzen.
Zunächst wird ein intensives Trainingsprogramm eingeleitet zur Kräftigung der stützenden Muskulatur. Wenn dies nicht ausreicht, folgen im nächsten Schritt gezielte Injektionen. Nach Ausschöpfung der konservativen Maßnahmen lässt sich eine Versteifungsoperation oft nicht vermeiden.
Häufig tritt diese Instabilität in Kombination mit einer Einengung des Wirbelkanals (Stenose) auf. Die in diesem Kanal geschützten Nerven können gedrückt werden. Wenn daher zusätzlich zu den Schmerzen auch Ausfallerscheinungen in der Muskelkraft der Beine oder gar des Blasenschließmuskels auftreten, muss eine Operation dringlich erwogen werden.




 

Degenerative Instabilitätzoom
Degenerative Instabilität
 
 
Kliniken Ostalb

Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd
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