Gefäß- und Thoraxchirurgie

Erkrankungen der Gefäße

Stenosen der Arteria carotis ( Einengung der hirnversorgenden Arterien )

 In Deutschland werden jährlich etwa 150 000 Patienten wegen eines Schlaganfalles stationär behandelt. In 80% kommt es zu einer Minderdurchblutung des Gehirns, bei ca. 20% der Fälle zu einer Einblutung. Nach heutigen Erkenntnissen ist ein Schlaganfall bis zu 60% durch obliterative (einengende) Veränderungen der extrakraniellen Gefäße bedingt. 40% der Schlaganfälle verlaufen tödlich. Diese Erkrankung steht damit in der Statistik der Häufigkeit der Todesursachen an 3. Stelle. Die Patienten verbleiben durchschnittlich nach Schlaganfall 43 Tage stationär, 40% der Patienten benötigen intensive häusliche Pflege. Etwa 10% verbleiben in Nachsorgekliniken. Die Prävalenz ( Vorkommen ) von höhergradigen Carotisstenosen bei der älteren Bevölkerung liegt bei 3%. Für Deutschland wurde eine Häufigkeit von 80 – 90 000 Patienten ermittelt, welche an symptomatischen Durchblutungsstörungen des Gehirns durch Erkrankungen der hirnversorgenden Arterien leiden.

 

Symptome

Beim Apoplex ( Schlaganfall ) gibt es Frühsymptome wie Sehstörungen, Sprachstörungen und vorübergehende Lähmungen der Arme oder Beine sowie sensible Missempfindungen im Hand-, Arm-, und Gesichtsbereich sowie Schwindelanfälle. Bei diesen Symptomen sollte auf jeden Fall der Hausarzt aufgesucht werden, um weiterführende Untersuchungen einzuleiten. 

 

Diagnostik

Die Diagnostik der Wahl, eine Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße, ist normalerweise ein unproblematisches Verfahren und kann in jeder Gefäßabteilung und oft auch beim Kardiologien und Neurologen durchgeführt werden. Daneben gehört natürlich auch eine kardiologische Abklärung zum Ausschluss von eventuellen Embolien bedingt durch Herzrhythmusstörungen; gegebenenfalls wird auch zur weiterführenden Diagnostik eine Kernspintomgraphie oder eine Computertomographie durchgeführt. Sollte eine höhergradige Einengung der Halsschlagader (insbesondere der Arteria carotis interna ) vorliegen, ist eine Vorstellung in der gefäßchirurgischen Ambulanz zu empfehlen, um den Stenosegrad ( Verengung ) zu verifizieren und dann das weitere therapeutische Verfahren festzulegen.

Treten die o. g. Symptome mehr als einmal in kürzeren Abständen auf, sollte die gesamte Diagnostik beschleunigt und der Patient dringend in der Klinik vorgestellt werden, um möglichst einen drohenden Schlaganfall durch die richtige Therapieentscheidung zu verhindern.

Wahl des Therapieverfahrens

Das Standardverfahren ist die Thrombendarteriektomie ( TEA ) von der Arteria carotis communis in die Arteria carotis interna hinein. Die Indikation für die operative Therapie besteht einmal bei einer symptomatischen Carotisstenose (Patienten mit neurologischen Ausfällen, aber auch bei Patienten mit hochgradigen Carotisstenosen, (über 80%), im asymptomatischen Stadium. Neben dem klassischen Operationsverfahren, der Thrombendarteriektomie oder kurz genannt TEA ( Ausschälungsplastik ), steht seit einigen Jahren auch das Stentverfahren zur Therapieoption an. Zahlreiche Studien wurden mittlerweile durchgeführt, um das offene operative Verfahren mit dem interventionellen Stentverfahren zu vergleichen. Hierbei zeigt sich, dass das offene operative Verfahren als Goldstandard auf Grund der geringeren Komplikationsrate günstiger abschneidet. Vor allem hat die Spacestudie gezeigt, dass überraschenderweise die älteren Patienten (über 80 Jahre) vom offenen Verfahren mehr profitieren.

Allerdings muss erwähnt werden, dass auch bestimmte Patientengruppen, vor allem nach Voroperationen, nach Strahlentherapie oder schwerstkranke Patienten von dem Stentverfahren profitieren. Die Apoplex- und Todesrate liegt beim Stent zwischen 7 und 11 %, beim offenen Verfahren zwischen 4 und 6 %. Ein weiteres Kriterium, was für das offene Operationsverfahren spricht, ist auch die Restenoserate d. h. der Prozentsatz an Patienten, der nach der Therapie eine Wiederverengung erleidet. Hierbei schneidet das Stentverfahren deutlich schlechter ab.

Operationsverfahren

Das klassische Operationsverfahren ist die Thrombendarteriektomie bei der durch eine Längsincision der Halsarterie eröffnet und das stenosierende Material ausgeschält wird. Wir bieten, wie in großen gefäßchirurgischen Zentren, als Anästhesieverfahren, eine Vollnarkose, aber auch nach Absprache mit dem Patienten die Operation in regionaler Betäubung an. Davon profitieren vor allem Hochrisikopatienten bzw. Patienten die eine Vollnarkose schlecht vertragen bzw. nicht wünschen. Der Vorteil der Operation in Regionalanästhesie ist die ständig neurologische Überwachung, da der Patient im Wachzustand operiert werden kann. Auch fällt eine zeitweise Einlage eines Shuntröhrchens, wie in der Regel bei der Vollnarkose in der Regel durchgeführt wird, weg. Nach Ausschälung wird dann eine Patchplastik ( Dacron, Pericard oder Vene ) in die Halsschlagader eingenäht, um die Gefahr einer Wiederverengung zu verringern. Am Ende der Operation wird dann eine Gefäßdarstellung durchgeführt um das intraoperative Ergebnis sofort zu überprüfen.

Postoperativer Verlauf

Normalerweise geht der Patient postoperativ für eine Nacht auf die Intensivstation, um den Kreislauf, vor allem den Blutdruck, als auch die neurologische Situation zu überwachen. In der Regel kann der Patient am 3. bis 5. Tag nach Hause entlassen werden. Der Fadenzug findet am 5. Tag statt. Zusätzlich werden während des stationären Aufenthaltes die Risikofaktoren geprüft und gegebenenfalls mitbehandelt. Auf alle Fälle erfolgt eine Behandlung mit Thrombozytenaggregationshemmer ( wirken auf die Blutplättchen ) und mit Statinen (Senkung der Blutfette). Die Patienten werden dann zunächst vierteljährlich in die gefäßchirurgische Ambulanz zur Kontrolle einbestellt. Die weitere jährliche Nachsorge kann sowohl vom niedergelassenen Kollegen als auch von unserer gefäßchirurgischen Ambulanz durchgeführt werden

 
Kliniken Ostalb

Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd
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73557 Mutlangen

Chefarzt:
Dr. med. Matthias Thiere
Facharzt für Gefäß- und Thoraxchirurgie
Endovasculärer Chirurg

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